Im Sommer 2016 fand sich eine Gruppe von etwa 10 Jugendlichen zusammen, die sich zum Ziel gesetzt hatten die Geschichte der Alten Spitzenfabrik aufzuarbeiten und so entstand das Projekt „Guter Stoff für eine Geschichte – die Historie der Alten Spitzenfabrik Grimma“. Das Förderprogramm „Spurensuche“ der Sächsischen Jugendstiftung ermöglichte die finanzielle und inhaltliche Unterstützung, so konnten andere Spurensucher_innen gefunden werden und man konnte sich untereinander austauschen. Als man endlich im Grimmaer Stadtarchiv fündig wurde konnte die Arbeit beginnen : Es wurde fleißig gelesen, markiert, besprochen und hinterfragt. Durch mehrere Zeitzeugenaufrufe in regionalen Zeitungen und Grimmaer Geschäften kamen wir mit zahlreichen Zeitzeugen in Kontakt, diese hatten nicht nur sehr interessante Erinnerungen, sondern auch alte Stoffe, Dokumente, Fotos und Arbeitsverträge aus der Produktionszeit der Spitzenfabrik.

Mit aller Hand Ergebnissen und Erkenntnissen über Arbeitsbedingungen, Zeitgefühl und Lebenswelten fuhren wir anschließend zu den Jugendgeschichtstagen und stellten diese im Sächsischen Lanndtag vor und teilten sie mit vielen anderen Jugendlichen.

„Direkt nach dem Aufwachen kreisen meine Gedanken bereits um den bevorstehenden harten Weg von Grimma West zur Spitzenfabrik. Täglich muss ich hungrig, verängstigt und erschöpft durch das dunkle Grimma zu meinem Arbeitsplatz laufen. Der Bahnhofstunnel treibt mir jeden Tag Tränen in die Augen und ich laufe schneller. Pünktlich 6:15 Uhr erreiche ich das Fabrikgelände und mein Arbeitstag beginnt.“

14 Jährige Arbeiterin über ihren Arbeitsweg

Der große finale Abschluss des Projektes war die aus dessen Erkenntnissen resultierende Ausstellung für das Außengelände am Radweg. Auf zahlreichen großen Platten wurden, gemeinsam mit dem Zeitläufer e.V., alle Ergebnisse in einer ästhetischen Art und Weise präsentiert. Die zugehörige Ausstellungseröffnung folgte am 12.08.2017 und seitdem zieren sie den Radweg und informieren tagtäglich zahlreiche Passant_innen.