Abgeschlossene Projekte

Containercafé

Bereits seit einiger Zeit steht ein alter Schiffscontainer auf dem Gelände der Alten Spitzenfabrik verlassen herum, also was damit tun? Genau diese Frage stellten auch wir uns, das Ergebnis der Frage war die Idee eines eigenen Cafés in eben diesem Container. Es sollte nicht nur eine super coole Sache sein, es sollte außerdem das erste eigene finanzielle Standbein des Projektes werden – eine große und wichtige Sache stand also an. Wozu dann noch warten? Alles begann 2015, die Bodendielen wurde herausgerissen, der Innenraum verkleidet und die Außenwand fit gegen Rost gemacht. Neben der schweißtreibenden Handwerksarbeit arbeiteten andere Jugendliche an einem Video für das anstehende Crowdfounding um die fehlende Küche zu finanzieren. Alle Workshops hatten irgendwann ein Ende gefunden und wir starteten in unser Crowdfounding mit einem Spendenziel von 6700 €. Während wir händeringend täglich den Spendenkontostand überprüften, musste natürlich auch auf dem Gelände viel passieren. Wir ebneten den späteren Café Bereich, entfernten Grasnaben, hoben Fundamente aus und füllten sie anschließend mit Beton und schafften so unseren ersten eigenen kleinen perfekten Caféboden.

Der Spendenaufruf lief dem Ende entgegen und man würde lügen, wenn man ihn nicht spannend nennen würde. Die letzten fehlenden Moneten kamen erst in den letzten beiden Tagen zusammen, doch es war geschafft. Das Geld war da, die Küche stand, die Klappen ließen sich öffnen. Bevor die Saison startete wurde noch im strömenden Regen fleißig gepflanzt und dekoriert und am 04.06.2016 feierten wir mit dem Crossover Festival 11 1/2 unsere langersehnte Container Café Eröffnung.

Seitdem besteht unser kleiner Traum am Muldenufer und ist Wahlheimat vieler Kaffee- und Kuchenliebhaber!

Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt

Was ist das beliebteste Transportmittel für Jugendliche ohne Führerschein auf dem Land nach 16 Uhr? Richtig, das Fahrrad! Doch es ist bekannt, auch das geliebte Fahrrad kann einmal kaputt gehen und Reparaturen sind durchaus ein teures Unterfangen. Doch oftmals sind es nur sehr kleine Dinge die, eigentlich, ganz einfach selbst zu reparieren wären wenn man nur wüsste wie das geht und man die jeweiligen kleinen Handgriffen kennt. Wie es der Zufall wollte, hatten und haben wir auch in der Gruppe Jugendliche, die ein breites Wissen über Fahrräder aufweisen konnten und jede Menge Motivation hatten dieses Wissen auch mit anderen zu teilen. So entstand die Idee einer Fahrradwerkstatt auf dem Gelände. Nun, eine Werkstatt allein ist mit den nötigen finanziellen Mitteln und den notwendigen Kontakten recht schnell eingerichtet. Allerdings kommt die damit verbundene Kompetenz nicht von allein. Deshalb bekamen zwei Jugendliche und Radfanatiker die Möglichkeit sich bei einem Fahrradprofi in Leipzig einen Radcrashkurs zu holen und somit war auch für die nötige Fachmännischkeit gesorgt. Im Frühjahr 2017 war es dann endlich soweit und es wurde die große Eröffnung gefeiert, mit Fahrradtour und Schnitzeljagt wurde sie gebürtig eingeweiht und sorgt seitdem für ganze und pralle Reifen!

Spurensuche – Guter Stoff für eine Geschichte

Im Sommer 2016 fand sich eine Gruppe von etwa 10 Jugendlichen zusammen, die sich zum Ziel gesetzt hatten die Geschichte der Alten Spitzenfabrik aufzuarbeiten und so entstand das Projekt „Guter Stoff für eine Geschichte – die Historie der Alten Spitzenfabrik Grimma“. Das Förderprogramm „Spurensuche“ der Sächsischen Jugendstiftung ermöglichte die finanzielle und inhaltliche Unterstützung, so konnten andere Spurensucher_innen gefunden werden und man konnte sich untereinander austauschen. Als man endlich im Grimmaer Stadtarchiv fündig wurde konnte die Arbeit beginnen : Es wurde fleißig gelesen, markiert, besprochen und hinterfragt. Durch mehrere Zeitzeugenaufrufe in regionalen Zeitungen und Grimmaer Geschäften kamen wir mit zahlreichen Zeitzeugen in Kontakt, diese hatten nicht nur sehr interessante Erinnerungen, sondern auch alte Stoffe, Dokumente, Fotos und Arbeitsverträge aus der Produktionszeit der Spitzenfabrik.

Mit aller Hand Ergebnissen und Erkenntnissen über Arbeitsbedingungen, Zeitgefühl und Lebenswelten fuhren wir anschließend zu den Jugendgeschichtstagen und stellten diese im Sächsischen Lanndtag vor und teilten sie mit vielen anderen Jugendlichen.

„Direkt nach dem Aufwachen kreisen meine Gedanken bereits um den bevorstehenden harten Weg von Grimma West zur Spitzenfabrik. Täglich muss ich hungrig, verängstigt und erschöpft durch das dunkle Grimma zu meinem Arbeitsplatz laufen. Der Bahnhofstunnel treibt mir jeden Tag Tränen in die Augen und ich laufe schneller. Pünktlich 6:15 Uhr erreiche ich das Fabrikgelände und mein Arbeitstag beginnt.“

14 Jährige Arbeiterin über ihren Arbeitsweg

Der große finale Abschluss des Projektes war die aus dessen Erkenntnissen resultierende Ausstellung für das Außengelände am Radweg. Auf zahlreichen großen Platten wurden, gemeinsam mit dem Zeitläufer e.V., alle Ergebnisse in einer ästhetischen Art und Weise präsentiert. Die zugehörige Ausstellungseröffnung folgte am 12.08.2017 und seitdem zieren sie den Radweg und informieren tagtäglich zahlreiche Passant_innen.

Ausstellungseröffnung mit Führung am 12.08.2017

Grillplatz im Garten

Nach zahlreichen Sommertagen und Sommerabenden am Café wurde irgendwann der Wunsch nach einer offenen Feuerstelle laut. Da wir eine recht große Gruppe sind stand fest, es muss etwas großes werden und so begann die Planung der ersten öffentlich zugänglichen Grill- und Feuerstelle in Grimma, welche in unserem Garten direkt hinter der Fabrik verortet wurde. Wir standen in den Startlöchern, das Material war da, die Fläche auch – bliebt nur ein Problem, wie baut man denn eigentlich eine öffentliche Grillstelle? Um diese Frage zu klären luden wir uns Pflasterprofis ein, hoben die Fläche aus und bewiesen uns als Naturtalente mit dem Pflasterstein. Kurzum, Ende Mai 2017 war es geschafft und das Werk war getan, der Wunsch wurde Realität und seither ist es ein gefragtes Ziel für Grillabende und Lagerfeuer, nicht nur für die Jugendlichen des Dorfes der Jugend, sondern auch für zahlreiche Menschen aus der Umgebung.

Telekant Skateplatz

Der neueste Zugewinn des Fabrikgeländes ist die Telekant. Ihre Entstehung ist allerdings eher ein trauriges Kapitel, zwar ist es schön an der Fabrik einen weiteren Spot für eine Subkultur vorzufinden, allerdings geht dies nur damit einher, dass ein anderer Ort das Zeitliche gesegnet hatte. Die Rede ist hier vom Teletubbyland an der Leipzigerstraße in Grimma, welches 2018 auf Grund von TÜV Auflagen geschlossen werden musste. Um den Sinn des Geländes nicht vollkommen aussterben zu lassen, beschlossen wir es an die Fabrik umziehen zu lassen und so begann die Planung der Telekant (Teletubbyland und Waterkant). Nachdem im Sommer 2018 ein grobes Konzept erstellt wurde, starteten kurz vor dem anstehenden Crossover Festival #13 die Bauarbeiten. Eine große Fläche hinter der Fabrik wurde begradigt, geebnet und asphaltiert, die Rampen und Skateelemente wurden an die Fabrik gebracht und aufgebaut, erneuert und saniert und der Skatepark nahm langsam Gestalt an. Doch das ist noch nicht genug, es sollte nicht bei einem Skate- und BMXpark bleiben, die Vorstellung der Jugendlichen ging weit darüber hinaus. Auf der Agenda des Areals standen des Weiteren noch eine Graffitiwall, ein Basketballkorb und eine Kletterwand. Deshalb wurden parallel zu den Skateelementen große Graffitiplatten an den Fabrikmauern angebracht und die Wall stand. Zu guter Letzt wurde noch der Basketballkorb installiert und direkt, zur großen Freude unseres Sozialarbeiters Pudding, eingeweiht. Die erste große Premiere folgte dann mit dem Crossover Festival #13 Ende August und seitdem sin dort regelmäßig zahlreiche Skater_innen, Sprayer_innen und Spieler_innen anzutreffen. Doch das ist längst nicht alles, auch wenn bereits vieles geschafft ist so erwartet uns noch einiges an Arbeit auf und um das Areal. Der Traum der Kletterwand ist noch nicht ausgeträumt und wird in Angriff genommen und wer weiß was für Potentiale sich noch in diesem Spot verstecken…

Graffiti Workshops 2017-2018

Dass Kunst auf jeden Fall ein Teil von Jugendkultur ist, ist unstrittig. Viele unserer Jugendliche sind Musiker_innen, Maler_innen oder eben auch Sprayer_innen. Graffitikunst ist bei weitem noch nicht so stark etabliert und angesehen wie andere Kunstformen, allerdings zu Unrecht. Doch wir haben die Erfahrung gemacht, das sowas alles Gewöhnungssache ist. Alles begann damit, dass auf unserem Gelände Jugendliche mit der Dose künstlerisch aktiv wurden und das Gelände so verschönerten. Lange blieb dies allerdings nicht unentdeckt und mit der Zeit wurde der Wunsch nach Workshops laut. Der damalige FSJler des Projektes Ruven kam da wie gerufen. Er selbst war sehr begabt mit der Dose und außerdem hatte er Projektarbeit zur Hauptaufgabe- somit waren die Graffitiworkshops geboren. Es gab verschiedenste Aufträge, den Auftakt bildete eine Mauer in der Augustinergasse gegenüber des Gymnasiums welche gemeinsam mit Jugendlichen entworfen und gestaltet wurde. Es folgten öffentliche Veranstaltungen mit einem großen Malen nach Zahlen Graffiti für Jedermann* und Laufpublikum auf dem Nicolaiplatz, und einige Privataufträge an Schulen wie zum Beispiel an der Grundschule in Hohenstädt. Natürlich ist es in erster Linie immer noch ein Hobby und wird vor Allem auch auf dem Gelände selbst betrieben, doch die Anfragen für Veranstaltungen und oder Workshops nehmen nicht ab und wir freuen uns sehr, dass Graffitis endlich gesellschaftsfähiger werden.