Dieses mal bekommt ihr die Einladung zum dopl87a, am 14.03.2019 18 Uhr verpackt in ein neues Format des Newsbeitrages, welches wir beim nächsten mal wieder trennen werden um hier auf der Homepage die Übersicht zu behalten.

1. Kapitel: Transparenz

Der Newsbeitrag und die Einladungsmail über unseren Verteiler ähneln sich heute. Doch warum ist das so?

Zum einen liegt das daran, dass sich die Tätigkeiten und Aktivitäten gerade rund um den Bau eines Mitarbeiter_innenbüros drehen und eine kleine aber feine und fleißige Baucrew täglich von 9-18 Uhr irgendeine Maschine auf dem Gelände in der Hand hat und es dann eng wird mit der Öffentlichkeitsarbeit, und zum anderen betrifft der relevanteste Punkt auch den Verein und mich. Deshalb macht es einfach Sinn, dies hier und heute zusammen zu führen.

Die Natur oder besser das Wetter hat mit seinen Stürmen einigen Schaden auf dem Gelände und am Gebäude angerichtet, aber nix, was wir nicht auch wieder beheben können, deshalb ist der natürliche Sturm wahrscheinlich gerade unser geringstes Problem. Ein vom Jugendamt produzierter Sturm ist am Montag noch einmal richtig heftig geworden und hat Schäden in unseren Köpfen hinterlassen. So sehr, dass Einige von uns, die an dem Gespräch mit dem Amt teilgenommen haben, bis tief in die gestrige Nacht damit zu kämpfen hatten, nicht schlafen konnten und sich hilfesuchend an ihre Liebsten wandten um sich irgendwie wieder motivieren zu können.

Tiefschläge sind eine harte Angelegenheit, aber sicher nicht das Ende!

Aber von vorn!

Wir erwähnen dieses Thema ja nun schon seit einigen Newsletterbeiträgen, aber so richtig erklärt haben wir es noch nicht und dies werde ich nun im Sinne der Transparenz versuchen.

Das Projekt „Dorf der Jugend“ befindet sich in Trägerschaft des FJZ e.V., diesen gibt es seit 2006/2007 und über all die Jahre wurde das Crossover Festival, 24h Basketballturnier in Grimma oder ettliche andere Events und Workshops im Bereich der Jugend und Kulturarbeit organisiert und durchgeführt, zusätzlich entstand aus ihm heraus ein eigenständiger Basketballverein (Spartak United), alles in ehrenamtlicher Arbeit und manchmal auch mit Förderung durch den Landkreis oder anderen öffentlichen oder privaten Trägern, welche die Jugendarbeit unterstützen wollten. Seit 2017 erhalten wir eine Institutionelle Förderung durch das Jugendamt von 30h für die Offene Kinder- und Jugendarbeit im Projekt „Dorf der Jugend“. Letztes Jahr stellten wir einen Antrag um in Grimma eine Streetwork zu installieren und das bisherige Projekt zu sichern, da es zu groß ist und mit 30h nicht mehr stemmbar. Dieser wurde uns abgelehnt und ich habe diese Ablehnung kritisch hinterfragt in den politischen Gremien. Voraussetzung für eine solche langfristige institutionelle Förderung ist eine Anerkennung als Freier Träger der Jugendhilfe, denn dadurch wird der Verein Teil der Jugendhilfeplanung und wir gewinnen eine Art Planungssicherheit für die Arbeit, welche wir machen und machen wollen.

Im Dezember 2017 hatten wir ein Gespräch mit dem Jugendamt, bei dem unserer Stellv. Vorsitzenden Ulrike Läbe und mir, als Sozialarbeiter im Projekt, mitgeteilt wurde, dass bei den eingereichten Unterlagen noch kleinere Nachbesserungen zu machen sind. Was ja eigentlich logisch war, denn bisher haben solche genauen Formalien keine Rolle gespielt. Gesagt getan, wir haben ein Kinderschutzkonzept erarbeitet und haben die wesentliche Formalie einer Satzungsänderung am 19.04.2018 vollzogen. Wir sollten in unsere Satzung noch explizit Jugendhilfe als Vereinszweck mit aufnehmen, da wir bisher nur eine schwammige Formulierung zu Jugendarbeit in der Satzung hatten. Nachdem dies abgearbeitet war, haben wir erneut unsere Unterlagen eingereicht und im Oktober 2018 dann auch den Antrag auf Anerkennung gestellt.

An dieser Stelle ist es wichtig für euch zu wissen, dass die Voraussetzung für eine solche Anerkennung in erster Linie eine Tätigkeit auf dem Gebiet der Jugendhilfe ist. Nach einem Jahr kann der Träger einen Antrag stellen und nach 3 Jahren entsteht ein Rechtsanspruch. Hier gilt es zu erwähnen, dass der FJZ zum Zeitpunkt der Antragstellung seit 11 Jahren praktisch auf dem Gebiet tätig ist, überwiegend ehrenamtlich, aber seit 01.01.2017 (22 Monate zum Zeitpunkt der Antragstellung) auch hauptamtlich mit einer geförderten Stelle durch Beschlüsse des Jugendhilfeausschuss im Landkreis Leipzig.

Merkt euch die Zeiträume, die ich nenne;-)

Wenn die 3 Jahre noch nicht um sind, kann die Verwaltung dem Antrag nach eigenem Ermessen zustimmen. Nach unserem Gespräch im Jahr 2017 wurden wir im Glauben gelassen, sie begründen das Tätigwerden mit der hauptamtlichen Stelle und nicht mit dem Ehrenamt, was schon irgendwie verwirrend war, aber gut, das haben wir so hingenommen, da wir ja seit 2017 eine hauptamtliche Stelle im Projekt haben, also Antrag gestellt und ab dafür.

Im Dezember 2018 fand dann wieder ein Gespräch mit unserer Stellvertretenden Vorsitzenden statt. In diesem Gespräch wurde unterm Strich damit argumentiert, dass die Jugendlichen Bands (hier: Egotronic) mögen und zum Crossover Festival einladen, die das Jugendamt nicht toll findet und dass sie Graffiti’s sprühen mit Inhalten (z.B. „Kacken ist wichtiger als Deutschland“), die dem Jugendamt nicht gefallen. Zusätzlich beanstandeten sie FCK AFD Aufkleber auf dem Gelände und schätzten ein, dass der Verein und ich als Sozialarbeiter innerhalb des Projektes die freiheitlich Demokratische Grundordnung nicht anerkennen würden. Da ihnen wahrscheinlich von vornherein klar war das dies im Zusammenhang mit der Sozialen Arbeit, insbesondere der Jugendarbeit und vor allem im Zusammenhang mit dem Grundgesetz alles irgendwie nicht ganz haltbar ist, begründeten sie eine kommende Ablehung damit, dass sie sagten, wir sind noch keine 3 Jahre auf dem Gebiet der Jugendhilfe tätig. Nach dieser Logik würde nie ein Verein der ehrenamtlich tätig ist diese Anerkennung erhalten, um damit dann mit Institutioneller Förderung arbeiten zu können. Gleichzeitig wurden wir mit einer Gesprächsnotiz welche im Januar 2019 bei uns eintrudelte aufgefordert zu den Vorwürfen, das wir anscheinend in Grimma die Weltrevolution vorbereiten und ich ein Sektenführer bin, der Jugendlichen im ländlichen Raum etwas über die „bösen“ Menschenrechte, die „armen und scheinbar guten“ Menschenhasser und gesellschaftliche Zusammenhänge und den aktuellen sehr wirren Diskurs erzählt, Stellung zu nehmen.

Dies haben wir sehr umfassend gemacht, wir haben uns externe Meinungen zum Projekt eingeholt und haben anhand von Sozialpädagogischen Theorien, den Zusammenhängen zwischen Sozialer Arbeit und dem Grundgesetz und vor allem an rechtlich bindenden Urteilen des Bundesverfassungsgerichtes eine umfassende Stellungnahme verfasst mit dem Ergebnis uns die Anerkennung zu erteilen. Diese Stellungnahme und den gesamten Prozess werden wir euch versuchen in den kommenden Wochen darzustellen, auch die Stellungnahme soll euch nicht vorenthalten werden, aber alles zu seiner Zeit.

Am Montag dieser Woche war nun das Gespräch zur Stellungnahme angesetzt. Wir waren vom Verein mit vier Menschen vor Ort. Haben uns vorher noch auf einen Kaffee getroffen und darüber gesprochen bis zu welchen Punkten wir Kompromissbereit sind und wie wir mit den Inhalten und der Aufarbeitungen innerhalb der Stellungnahme umgehen, da dort teilweise krasse Anschuldigungen gegen den Verein und mich als Sozialarbeiter und Mensch getätigt wurden. Wir waren uns einig das wir die Stellungnahme in einer entschärften Form (um das Verhältnis zwischen Amt und FJZ wieder zu kitten) mindestens dem Fachdiskurs der Jugendarbeit und Sozialen Arbeit zur Verfügung zu stellen, aber es vielleicht nicht ganz an die große Glocke hängen.

Was ist nun passiert?

Das Jugendamt hat es geschafft dem Ganzen noch eins drauf zu setzen was dann zu den eingangs erwähnten Reaktionen bei uns führte. Sie erläuterten uns nun an neuen Beispielen warum sie diesen Antrag auf Anerkennung nach ihrem Ermessen ablehnen müssen. Ich verkürze die Erläuterungen und überlasse euch die Schlussfolgerung denn nach dem bisher geschriebenen Text und dem was ihr über das Projekt wisst könnt ihr euch dazu wahrscheinlich selbstständig eine gute Meinung bilden.

Grund Nummer 1:

In unserer Satzung steht erst seit dem 19.04.2018 explizit drinnen das wir auf dem Gebiet der Jugendhilfe tätig sind. Damit kann das eine Jahr Tätigkeit auf dem Gebiet der Jugendhilfe formal nicht erfüllt werden.

Hier noch ein paar Hardfacts: wir haben heute den 13.03. 2019, der Bescheid geht vermutlich am 02.04.2019 bei uns ein, am 18.04.2019 steht dies explizit seit einem Jahr in unserer Satzung.

Grund Nummer 2:

Da wir NUR das eine Projekt im Bereich der Jugendarbeit (meint: Dorf der Jugend) begleiten (ähm ja das ist der konzeptionelle Grundgedanke alle Projekte wie zB ein Crossover Festival, eine Skateparkbetreuung etc. unter einem Dach zu vereinen) besteht keine ausreichende Relevanz um sagen zu können das der FJZ mit dem einen Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben der Jugendhilfe leistet.

Hier wussten wir nicht ob lachen jetzt die richtige körperliche Reaktion innerhalb des Gespräches gewesen wär. Ich denke Google beantwortet diese Frage für Außenstehende recht gut und wer es genauer sehen will komme mal vorbei;-)

Grund Nummer 3:

Im Jahr 2014 wurde einem Träger erst nach 3 Jahren Tätigkeit die Anerkennung gewährt und damit würde der Gleichheitsgrundsatz verletzt wenn wir jetzt, nach noch nicht mal einem Jahr Satzungsnachweis, die Anerkennung erhalten. Ein anderes Anerkennungsverfahren im Landkreis wurde nicht benannt! Zusätzlich hat 2014 das politische Gremium die Entscheidung getroffen (was nicht korrekt war) die jetzt das Jugendamt trifft!

Hopla!

Ihr könnt dies jetzt so oft lesen wie ihr möchtet und gern könnt ihr uns Mails schreiben und uns näher dazu befragen. Wichtig ist jedoch was wir jetzt damit machen.

Wir werden nächste Woche unsere ganze Kraft verwenden um die neuen Internetseiten fertig zu stellen und dann werden wir damit voraussichtlich am 25.03.2019 online gehen und werden versuchen die Soziale Arbeit im Projekt „Dorf der Jugend“ über Spenden und Plattformen zu finanzieren, bei denen die Menschen unserer Gesellschaft selbst entscheiden welche Arbeit sie unterstützen möchten und mit welchem Betrag.

Wer uns Promotion mäßig und inhaltlich unterstützen möchte kann sich deshalb bei uns melden, ob Presse oder Influencer_in ihr seit herzlich eingeladen, aber Bitte wartet damit noch eine Woche bis alle Seiten auch bereit dafür sind und wir unsere Mitgliederversammlung hatten;-)

Wenn ihr mal nachfragen wollt was hier abgeht und was das alles soll dann könnt ihr dies am 02.04.2019 im Jugendhilfeausschuss in Borna tun! Geht 17 Uhr los in der Stauffenbergstraße in Borna!

Abschließend bekommt ihr wie gewohnt unsere Termine und wir freuen uns euch am Donnerstag beim Plenum begrüßen zu dürfen oder eine Nachricht von euch in unserem Postfach ankommt!

Termine:

Alle genannten Veranstaltungen finden auf dem Gelände der Alten Spitzenfabrik (Dornaer Weg 2, 04668 Grimma) statt. Falls ein anderer Ort gewählt wurde, wird explizit darauf hingewiesen.

  • 14.03.2019: dopl87a 18:00 Uhr
  • 19.03.2019: Mitgliederversammlung FJZ e.V.
  • 21.03.2019: AGVA16 Plenum
  • 30.03.2019: Openingparty Kraftcontainer
  • 02.04.2019: Jugendhilfeausschuss, Borna, Stauffenbergstr. 4
  • 05.04.2019: Denkt bunt! Tanzt bunt! (Konzert)
  • 11.05.2019: Wellenbrecher III (Konzert)
  • 15.06.2019: Rap&Chill (Konzert)
  • 21.06.-23.06.2019: „Kunsttage“
  • 05.08.-09.08.2019: Kindercamp
  • 30./31.08.2019: Crossover Festival #14
  • 28.09.2019: Herbstanfangsfestivität
  • 12.10.2019: Oktoberfest III- Krach im Herbstlaub (Konzert)
  • 26.10.2019: Closingparty Containercafé

Solidarische Grüße und eine sonnige Restwoche

euer Pudding i.V. der DDJ Cru

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