Wer den Kontext verstehen mag, kann gern diesen Beitrag auf unserer Homepage oder diesen Artikel der Leipziger Volkszeitung vom 03.04.19 lesen.

Es gibt so Tage, an denen entstehen Running Gags. Gestern war so ein Tag. Die Jugendlichen des Projektes machten sich auf zum Jugendhilfeausschuss nach Borna, um in der anfänglichen Fragerunde an den Ausschuss für Menschen unter 27 Jahren Fragen zu stellen. Fragen, die mit der drohenden Ablehnung des Antrags auf Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe des FJZ e.V., dem Trägerverein des Projektes, zusammenhängen. Natürlich wird im Projekt auch über Tätigkeiten des Vereins gesprochen und nicht nur im Verein und bei Pudding selbst entstehen Fragen bezüglich des Antrages auf Anerkennung, sondern auch bei den Jugendlichen. Deswegen sind mehrere zu diesem Ausschuss gefahren.

Ein Ausdruck des Sitzungsleiters brannte sich besonders ins Gedächtnis: „Gibt es noch weitere Fragen? Ich sehe, dass ist nicht der Fall.“ Anzumerken sei hierbei, dass zwischen den beiden Sätzen nahezu keine Pause gelassen wurde. Wir hatten sehr wohl viele Fragen und haben versucht, diese zu stellen.

Es soll nun erklärt werden, was aus unserer Sicht bei diesem Ausschuss „nicht der Fall war“.

Scheinbar wird die Fragerunde sonst eher wenig besucht. Wenn also mehrere Jugendliche über zehn Fragen dabei haben, ist das ungewöhnlich. Das äußerte sich darin, dass schon nach wenigen Fragen im Ausschuss scheinbar keine Lust darauf bestand, dass noch weitere Fragen gestellt werden. Augenrollen, Stirnrunzeln und Seufzer aus einigen Reihen des Ausschusses waren nur einige Anzeichen hierfür. Hatte da ein Mensch Lust, dass mehrere Fragen von Jugendlichen gestellt werden? Das war nicht der Fall.

Es wurde bereits nach wenigen Fragen drauf verwiesen, dass über die Anerkennung im nicht- öffentlichen Teil beraten wird, weswegen darauf keine Auskunft gegeben werden kann. Soweit, so gut.

Irgendwann ging es dann darauf über, dass auf jede Frage geantwortet wurde, dass diese Frage nicht beantwortet werden kann. Es musste jedes Mal darum gekämpft werden, dass von der Verwaltung eine Antwort gegeben wurde. Manchmal waren die Fragen „zu komplex“, dann wurde wieder darauf verwiesen, dass erst im nicht-öffentlichen Teil darüber gesprochen wird. Oftmals wollte der Sitzungsleiter die Fragen abweisen und nicht die Möglichkeit geben, weiter nachzufragen. An welcher Stelle sonst sollen Jugendliche denn mit der Verwaltung ins Gespräch kommen? Ebenfalls haben Jugendliche ein Recht darauf, „komplexe Sachverhalte“ erklärt zu bekommen. Auch in eben dieser Fragerunde. Interessiert sich ein Mensch dort für die Fragen der Jugendlichen? Das war nicht der Fall.

Es fühlt sich ziemlich mies an, dauernd abgeblockt und vertröstet zu werden. Wenn man sich mit Fragen vorbereitet und diese stellen möchte, jedes Mal aber eine andere Ausrede zu hören bekommt, warum es darauf keine Antwort geben kann, ist das scheiße. Dieses Wort trifft es leider am besten.

Fühlen wir uns als Jugendliche ernstgenommen von einem Jugendhilfeausschuss? Das ist nicht der Fall. Viel mehr kommt das Gefühl auf, zu nerven, Menschen Zeit zu rauben und nicht wichtig oder was auch immer genug zu sein, um Sachverhalte erklärt zu bekommen. Aber gut, Gefühle lassen sich nicht ändern.

Viel mehr bleibt nicht zu sagen. Da kann sich der Freistaat Sachsen noch so mit einem Jugendbeteiligungsparagraphen profilieren, in der Realität schaut es aber ziemlich düster aus. So zumindest der gestrige Eindruck. Wir sind mehr als enttäuscht.

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3 Kommentare

  1. Das ist erbärmlich! Es sollte Mal über die Besetzung im JHA gesprochen werden … Wo kann der nächste Schritt sein ? Landesjugendamt?

    1. Nach dem Eintreffen des Ablehnungsbescheides in Widerspruch gehen, wäre eine Möglichkeit. Oder eben den Antrag nochmal stellen. Mal sehen 🙂

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