Es ist immernoch Sommer und somit weiterhin die Zeit der Sommeralben. Wahrscheinlich wird es nicht den ganzen Sommer über möglich sein, Alben zu finden, die gefühlstechnisch gut in diese Zeit passen. In der letzten Woche hatte es noch gut geklappt und ein zweiter Versuch wird in dieser Woche gestartet.
Während es in der letzten Woche noch überwiegend drückend heiß war, mischten sich nun hier und da mal eine kühlere Brise und der ein oder andere Regentropfen in das ansonsten fabelhafte Wetter unter. Der Sommer wurde ein bisschen durcheinander gebracht.

Durcheinanderbringen ist wahrscheinlich auch das richtige Stichwort, wenn es um die Musik geht, die auf Djinn von Lingua Nada zu finden ist. Scheinbar wahllos werden hier musikalische Mittel zusammengewürfelt und ergeben ein ziemlich abstraktes Klangbild. Der Knackpunkt ist, dass selbst dieses vermeintlich Wahllose im Kontext etwas so Interessantes und Mitreißendes ergibt, dass es sich bei Djinn um eine der interessantesten deutschen Indieveröffentlichungen der letzten Jahre handelt.

Gekonnt vermischen Lingua Nada alles, was ihnen in die Quere kommt. Hier mal leichte Indieattitüde, im nächsten Moment wieder tobender Alternative Rock. Hinzu kommen dann Sachen, die für einige Menschen ziemlich out of the comfortzone sein dürften. Da ist viel Noise. Viele Samples, viel Krach, viel Elektronisches. Emo lässt sich ebenfalls finden. Es ist ein Durcheinander. Aber so ein Durcheinander, was Lingua Nada so zusammenführen können, dass Songs herauskommen, die auf gesamter Linie überzeugen können.

Djinn ist ungewohnt und etwas, was es in dieser Form sonst selten zu finden gibt. Gleichwohl die Musik im ersten Moment vielleicht nicht unbedingt entspannend anmuten mag, versprüht sie eine ungeahnte Leichtigkeit und ist ideal für das Sommerliche geeignet. Und Leichtigkeit entspannt ungemein.

-örl

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