Hallo ihr Lieben,
nach wochenlangem Abwarten, Diskutieren, Lage checken und Möglichkeiten abwägen sind wir zu dem Entschluss gekommen, das Crossover Festival 2020 abzusagen und somit unsere 15. Auflage auf das Jahr 2021 zu verschieben. Das fällt uns zugegebenermaßen ziemlich schwer, da wir seit November letzten Jahres in der Vorbereitung stecken und das Crossover Festival für jede einzelne Person in der Orga-Crew jährlich DAS Highlight im Kalender ist.
Das Festival war in diesem Jahr für das Wochenende vom 4. und 5. September anberaumt – also nach dem Stichtag vom 31. August, bis zu welchem auch in Sachsen Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besucher_innen untersagt sind, sofern sie nicht zu jenen Veranstaltungen gehören, die von vornherein verboten sind (siehe §§ 4, 5 der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung vom 12. Mai 2020).
Heißt für uns im Klartext: Wir hätten durchaus versuchen können, das Festival durchzuführen, uns um eine Genehmigung zu bemühen, zu schauen ob und wie wir Auflagen zur Kontaktminimiereung und besondere Hygienebestimmungen gewährleisten können, hoffen, dass die zweite Welle bis mindestens Mitte September ausbleibt und sich an den Verordnungsinhalten nichts ändert (oder diese sogar noch gelockert werden) undundund. Das wollen wir aber nicht.
Wir sehen uns als Veranstalter*innen in der Verantwortung für die Besucher*innen. Wir wollen es uns da keinesfalls zu einfach machen und behaupten, es könne ja jede Person selbstständig entscheiden, ob sie sich dem Risiko eines Festivalbesuchs aussetzen möchte oder nicht. Wir können zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht gewährleisten, die besonderen Hygienebestimmungen für eine Veranstaltung dieser Größe einhalten zu können. Das fängt bei der Reinigung der Becher an, geht über die Waschstraße für die Teller und endet noch lange nicht beim Catering für die Bands und der Reinigung der Dixies.
Für Viren ist so ein Festival der perfekte Ort, um sich zu verbreiten. Viele Leute aus verschiedenen Orten, die sich an einem Platz treffen, dann wieder dahin zurückfahren, wo sie hergekommen sind. Schon möglich, dass sich die Gefahr mit Auflagen wie einer Maskenpflicht oder Mindestabständen eindämmen lassen würde, doch müssen wir uns da die Frage stellen: Wollen wir das? Wollen wir ein Festival bei dem die Gedanken rund um die Pandemie konstant über unseren Köpfen schweben? Seit jeher war es ein Grundgedanke des Crossover Festivals, keine einzige Person an der Teilnahme auszuschließen. Auch nicht jene, die sich einen Besuch unter normalen Umständen nicht hätten leisten können. Wir halten es für unsolidarisch, zum gegenwärtigen Zeitpunkt diesen Grundgedanken zu opfern, da Menschen in Risikogruppen (was eben nicht nur ältere Personen, sondern auch Diabetiker*innen, Asthmatiker*innen, etc. sind) von einer Durchführung des Festivals doppelt betroffen wären: Einerseits, da viele wohl aus gesundheitlichen Gründen auf eine Teilnahme verzichten müssten, andererseits da sich für sie außerhalb des Festivals die Ansteckungsgefahr erhöht. Das gibt uns ein ungutes Gefühl und führt uns dazu, in diesem Jahr auf die Durchführung des Festivals zu verzichten.

Wir wollen kein Festival um des Festivals Willen. Wir wollen ein Festival auf das wir Lust haben, hinter dem wir zu 100 % stehen, das einen Freiraum darstellt und auf dem sich alle Personen so sicher fühlen und eine so gute Zeit haben können, wie es eben möglich ist. Das ist schlichtweg grad nicht drin. Dem allgegenwärtigen Trend zu weniger Vorsicht möchten wir uns nicht anschließen – Eine zweite Welle ist sehr wahrscheinlich und jede Person trägt eine Verantwortung für sich selbst und seine Lieben.

Umso schöner wird dann das Crossover Festival 2021, für das wir bald einen Termin bekanntgeben wollen und dessen Vorbereitung schon bald startet. Bis dahin gilt: Bleibt gesund und kritisch! Solidarity First, Party Second.

Eure Crossover Festival Crew

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